Hauptsache Sport – Ronald Rauhe trifft Prof. Dr. Bernd Wolfarth
Shownotes
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Informationen zum Landessportbund Berlin findet ihr unter www.lsb-berlin.de.
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00:00:12:
00:00:25: Hallo und einen wunderschönen guten Tag zu einer neuen Episode von Hauptsache Sport, dem Podcast des Landesportbund Berlin.
00:00:33: Mein Name ist Ronald Rauhe.
00:00:35: Mit einem heutigen Gesprächspartner möchte ich den Sport heute mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten.
00:00:41: Thomas Reckermann stellt ihn uns heute
00:00:43: vor.".
00:00:44: Bernd Wohlfahrt wurde in Freiburg geboren, im zarten Alter von sechs Jahren spielte er in seinem Heimatort Waldkirch Fußball und begann mit dem Ringen.
00:00:54: Durch Zufall kam er über einen Schulwebbewerb zur Leichtadätik und wurde Hindernisläufer.
00:01:02: In Freiburg begann er mit seinem Medizinstudium, dass er in twohundneunzig Abschluss.
00:01:08: Anschließend promovierte er zum Thema Regeneration im Leistungssport.
00:01:13: Nach einem Forschungsaufenthalt in Quebec arbeitete er am Anschluss an der Albert Ludwigs-Universität Freiburg.
00:01:25: Zunächst beteilte er ab deiner Zeit die deutsche Biat-Lond-Nationalmannschaft.
00:01:30: Bei den Olympischen Sommerspielen in Peking war er als Olympiaarzt des Deutschen Olympischen Sportbundes im Einsatz, bei den Winterspielen Jahrzehntein in Vancouver war er erstmals leitender Arzt des DOSB.
00:01:44: In dieser Funktion war er dann bei den Spielen in London, Sochi, Rio und Pyongyang Tokyo, Peking Paris und Cortina dabei.
00:01:54: Außerdem ist er der ärztliche Leiter der sportmedizinischen Abteilung der Charité.
00:01:59: Seine Abteilungen betreut unter anderem die Füchse Berlin, die BR Wolleys, die Eisbären und den ersten FC Union.
00:02:06: Ronny Rauert trifft Professor Dr.
00:02:09: Bernd Wohlfahrt.
00:02:11: Hallo Bernd, freut mich sehr dass du es möglich gemacht hast.
00:02:13: Ich habe schon gesagt ich kann mir vorstellen das dein Terminplan ordentlich voll ist.
00:02:17: umso mehr freut es mich dass wir uns ja heute unterhalten können und ich möchte total gerne mit dir mal ganz früh in deine Kindheit eintauchen.
00:02:23: Mit sechs Jahren hab' ich gerade gehört spielen viele Jungs ja Fußball aber wie kommt man denn zum Ringen mit sechs Jahren?
00:02:30: Ja wie's halt so ist im Vereinssport.
00:02:32: also ich komme aus einem Ort der nicht allzu groß ist.
00:02:35: Waldkirch das sind fünfzehn Kilometer nördlich von Freiburg Hat so dreizehntausend Einwohner in der Kernstadt und da gibt es halt den Sportverein, der SV Waldkirch.
00:02:43: Der hatte immerhin glaube ich tausend achthundert Mitglieder also gut sportlich durchdrungen.
00:02:48: mein Vater war irgendwie am Mainz Vorsitzender in der Stellvertretung und hat war dann natürlich auch sehr stark involviert.
00:02:56: ja und dann kommt's immer ein bisschen darauf an welche Sportarten gerade am Ort stark sind.
00:03:01: und wir hatten halt einmal Fußball das ist er Deutschland fast überall stark, zumindest mal was die Vereinslandschaft anbelangt und wir hatten einen Ringerverein der stark war.
00:03:10: Und dann ist es oftmals so Zufälle mein Vater kann halt wieder den Vorsitzenden beim Ringen und dann hat er gesagt das bringt bei deinen Burschen da vorbei und hush hush war man im Ringen und dann habe ich mich da auf vier Jahre wohl gefühlt und da war dann am Ringen.
00:03:23: dabei aber hab natürlich auch andere Sportarten gemacht wie Fußball oder Maß dann halt zum Skifahren gegangen und wie das halt so auf dem entsprechenden Land funktioniert
00:03:33: Ja.
00:03:34: Jetzt hast du aber auch Fußball gespielt und Ringen sagst, so wie ist da die Entscheidung gefallen?
00:03:37: Also warst du gut im Ring, aber warst Du auch gut im Fußball?
00:03:40: Wie hat sich das denn letztendlich entschieden wo Du gelandet bist?
00:03:43: Ich war schon im Fußball besser als im Ring.
00:03:45: Deshalb habe ich dann nach vier Jahren mit dem Ring aufgehört.
00:03:49: Hab dann Fußball gespielt und ja das ging dann auch ganz ordentlich.
00:03:52: War dann irgendwie in der Kreisauswahl, in den Bezirksauswahlen... war dann für dich südbadische Auswahl in der Sichtung.
00:04:00: Und dann bin ich halt mal zufällig zum Laufen gekommen und haben sie gesagt, so ein Torwart der es schnell laufen kann.
00:04:05: Das haben wir eher seltener und dann haben die Leichter-Dlägen an mir gebackert und ich bin da zur leichter Däne gewechselt.
00:04:12: Ja, ich habe schon gerade rausgehört, die Begeisterung über den Sport kam auch so ein bisschen über den Vater, wenn ich das richtig gehöre weil der Vater sehr im Sport ja involviert war und dann bist du zu leichter tätig wie du gerade schon erwähnt hast.
00:04:24: Wann war denn die Entscheidung dass du quasi den Leistungssport vielleicht nicht ganz so mehr weiter verfolgst und dann gesagt hast ich werde Mediziner oder ich uns hier mich sogar vielleicht für Sportmedizin, weil ich auf dem Gebiet noch tiefer eintauchen möchte als ich es auf dem Leitungs-Sportniveau vielleicht könnte oder wollte.
00:04:43: Ja das ist ganz interessant.
00:04:44: also ich bin nach der Schule habe ich Zivildienst geleistet und es gab eben eine Zivildienststelle in der Sportmedizine Freiburg Und da ich damals Katerathlet war, habe ich mich darum beworben und dann sozusagen eine Sport-Zivistelle bekommen.
00:05:02: Weil ich so die Idee hatte dass ich dann halt zumindest mal neben der Zivildienstätigkeit auch noch Sport treiben kann und das hat ganz gut funktioniert.
00:05:10: So im ersten Jahr zu mindestens hatte in einem Hütungsbruch im Schienbein.
00:05:13: Ah gut, dann ist halt mal vier Monate Pause gewesen und es war genau über diese Sonne hinweg.
00:05:18: Dann bin ich nochmal eingestiegen im nächsten Winter und dann kam mir das Frühjahr, da hatte ich noch ein Motorradunfall.
00:05:24: Und dann war ich irgendwie der Meinung, dass der liebe Gott nicht will, dass ich Leistungssport weiter mache sondern mich vielleicht dann doch auf meinen Dannbeginn des Medizinstudiums konzentriert.
00:05:34: aber da hatte natürlich die zwei Aspekte einmal den eigenbetriebenen Leistungsport und dann eben diese Zivildienststelle in der Sportmedizin wo ich ja immer auch zu den Kader-Untersuchungen hingegangen bin.
00:05:45: jedes Jahr kennst du ja noch aus deiner Zeit jahres Grunduntersuchung Und damit war ich natürlich schon so ein bisschen auf das Gleis gesetzt, Medizin klar.
00:05:53: Das wollte ich studieren und dass es dann in Richtung Sportmedizin sich entwickelt hat sich natürlich angeboten in der ganzen Situation.
00:05:59: Ja, ich finde's auch mal total wertvoll natürlich wenn auch Mediziner vielleicht selber mal Sport gemacht haben weil sie einfach auch einen ganz anderes Denken mitbringen und vor allem sehen was den Athleten natürlich noch beschäftigt außerhalb vielleicht der normalen Gesundheit.
00:06:10: wir reden ja auch über Psychologie und andere Geschichten die dann in Leistung mit rein spielen.
00:06:13: daher ist es glaube ich zwei Dinge die sich sehr gut getroffen haben bei dir.
00:06:18: Du bist Vater von inzwischen der zwei erwachsenen Kindern.
00:06:21: Welche Rolle spielt dir in der Sport heute, in deiner Familie?
00:06:25: In meiner Familie – jetzt beide sind ja schon aus dem Haus – die sind beides so dass sie Sport treiben und keiner von beiden ist im Leistungssport gelandet haben wir auch nie forciert hätten wir aber auch nicht behindert wenn Sie Lust gehabt hätten das zu tun.
00:06:41: Hier vor Ort wohne ich und lebe natürlich mit meiner Frau.
00:06:43: Und da spielt Sport schon eine große Rolle aus zweierlei Hinsicht, also auf der einen Seite durch meinen Beruf weil ich extrem viel auch mit Sportlern zu tun habe und meine Frau glücklicherweise auch sehr sportinteressiert ist das heißt wenn wir zumindest mal regional zur diversen Sportveranstaltung gehen wo ich dann immer noch Präsenz zeige und nochmal zeigen muss dann begleitet sie mich immer was mich natürlich freut.
00:07:07: aber wir treiben selber auch sehr viel Sport.
00:07:09: also das heißt am Wochenende Jeden Sonntag, zehn Uhr werden vierzehn Kilometer gelaufen in so einer kleinen Trainingsgruppe bei uns am Steinbergpark.
00:07:16: Wir sind immer genau zu dritt aber das ist ein fixer Termin.
00:07:20: wenn wir Urlaube betreiben sind es eigentlich immer Sporturlaube also zumindest mal aktive Urlauben sodass Sport für mich in der Familie auch eine Rolle spielt.
00:07:28: und was ich bei den Kindern zum Glück geschafft habe ist dass sie beide sportaffin sind gerne Freizeitsport betreiben ohne dass es jetzt einen leistungssportlichen Hintergrund bei den beiden gibt's
00:07:36: finde ich genau richtig.
00:07:37: man darf da glaube nicht übergärgeizig sein als älteren Teil sondern vor allen Dingen wichtig, dass sich bewegen.
00:07:42: Und vor allem wenn ich auch sozial verankert sind in Vereinen vielleicht.
00:07:45: Wir haben uns für ein Du-wunder-Halt-Nur hast dir genüsslichen Keks geknabbert und hast gesagt du gehst eigentlich nur noch laufen um solche Sachen zu genießen.
00:07:52: Und du bist ja wo darf ich dir jetzt einfach mal so sagen?
00:07:54: Ein sehr jung gebliebener Mensch der auch bekannterweise sehr viel Sport treibt.
00:07:58: Ich frag mich bei dem vollen Zeitplan die du so hast wie schaffst du es eigentlich so viel Sport zu treiben?
00:08:04: also wo findest du Lücken um so viel sport zu treibend?
00:08:08: Es ist eine gute Frage, die mich natürlich immer im Beruf quasi tagtäglich beschäftigt.
00:08:11: Weil ich bei uns und in der Ambulanz nicht nur Leistungssportler sehe – das ist vielleicht ein Drittel.
00:08:16: also bei denen muss man ja schauen dass sie nicht zu viel machen als dass sie zu wenig tun.
00:08:21: aber wir sehen natürlich extrem viele Patienten, viele Menschen die sich eigentlich bewegen sollten aber es eben hinbekommen aus unterschiedlichsten Gründen.
00:08:30: Ich selber profitiere natürlich von meiner leistungssportlichen Karriere, das muss ich ganz klar sagen.
00:08:36: Im Leistungssports sage ich immer es ist für jedes Kind, für jeden Jugendlichen gut wenn's noch mal ein paar Jahre leistungsorientiert trainiert weil man halt viele Dinge fürs Leben lernt unter anderem auch Zeitmanagement und sich einzuteilen und das ist das wovon ich heute noch profitier.
00:08:52: wenns drum geht mir solche diese Zeiten für die Bewegung quasi aus den Rippen zu schneiden Hast du völlig recht, unter der Woche bin ich von morgens sechs Uhr bis abends neunzehn Uhr in der Regel durchgetaktet.
00:09:04: Aber da bin ich halt Weekend Warrior und wir wissen zwischenzeitlich auch eine wissenschaftliche Erkenntnis dass auch Weekend warrior was Gutes für ihre Gesundheit tun und dementsprechens sportliches.
00:09:14: mein Wochenende also ich versuche immer so vier bis fünf Stunden die Woche hin zu kriegen von denen so dreieinhalb bis vier sich am Wochenende stattfinden.
00:09:22: Also Weekend Warrior, den Begriff kann ich noch nicht.
00:09:24: Aber es ist ja schon viel für so zwei Tage die man dann am Ende hat.
00:09:29: Du hast gerade für dich ein ganz wichtiges Thema noch angesprochen was mich auch sehr interessiert.
00:09:32: vor allen Dingen du hast deine Kinder durch den Schul-Sport und Vereinssport hier in Berlin begleitet.
00:09:38: Wie hast du die Zeit erlebt?
00:09:39: Vor allen Dingen auch die Rahmenbedingungen die wir hier sage ich mir für Kinder zum Sport treiben vorfinden!
00:09:44: Du hast ja nochmal einen anderen Blick auf die Dinge.
00:09:47: Findest du, es läuft alles so wie's laufen sollte oder wie hast Du das als Vater damals und natürlich auch als Arzt bewertet?
00:09:53: Ich muss sich ein bisschen korrigieren, ich habe sogar drei Bundesländer die ich beurteilen kann.
00:09:58: Die Kinder waren am Anfang in Baden-Württemberg in der Schule, Grundschule Baden Württembergh dann waren sie in Bayern im Gymnasium bzw.
00:10:07: in der weiterführende Schule und hier in Berlin waren sie schon aus dem Spiel.
00:10:12: Hier kann ich es aber natürlich ganz gut bewerten weil wir eben viel auch mit Schulsport zu tun haben, viele natürlich ja auch mit Nachwuchssportschrecksstrich Leistungssport.
00:10:23: Jetzt auf deine Frage konkret.
00:10:25: Im eigenen Setup, würde ich sagen war der Schul-Sport unbedeutend?
00:10:29: Das ist leider so und ich glaube das ist auch ein großes Problem bei uns.
00:10:33: wenn wir als Eltern uns darum gekümmert hätten unsere Kinder irgendwie in die Vereinstruktur zu bringen wären sie sportlich relativ untergegangen.
00:10:44: Wir haben natürlich selber geguckt, auf was haben sie Lust?
00:10:47: Und dann hat die Tochter mal angefangen, wollte bald zu spielen und das Sohn ist dann halt irgendwie übers Fußball zum Leichtat ledig gekommen.
00:10:53: Also so ... Das waren dann die Karrieren aber außerscholisch!
00:10:57: Ich denke es ist ein Punkt an dem wir extrem arbeiten müssen.
00:11:01: in Berlin muss ich sagen sind die Voraussetzungen sogar ziemlich gut.
00:11:04: also wenn ich so meine drei Bundesländer bis jetzt vergleiche bei
00:11:08: Berlin
00:11:08: Ich finde aktuell auch gerade, wir sind ja selber ein bisschen mit involviert was Berlin hat Talent zum Beispiel anbelangt.
00:11:17: Was andere Initiativen anbelangen um Schule und Sport attraktiver zu machen Auch wenn ich so sehe was im LSB im Senat läuft in der Kooperation habe jetzt einen guten Einblick ist das schon sehr positiv.
00:11:32: immer natürlich noch Luft nach oben, gar keine Frage.
00:11:35: Aber ich glaube es muss ein Fokus werden für uns und zwar insbesondere diese frühe Zeit vielleicht sogar sogar noch etwas vor der Schule also Kita Grundschule.
00:11:44: das sind ja so die Momente wo Kinder geprägt werden Bewegungsstrukturen aufgebaut und etabliert werden und wo es eine Einstellung auch zum Leben.
00:11:53: was jetzt körperliche Aktivität anbelangt mal grundlegend auf ermittelt werden kann.
00:11:58: Und wenn wir da natürlich durch Schule oder Kita noch mehr unterstützen könnten, würde das gesamtgesellschaftlich mal für den Dirk Unabhängig vom Leistungssport auch aus medizinischer Sicht eine riesige Rolle spielen.
00:12:07: Ja
00:12:08: ich würde da gerne gleich nochmal später darauf eingehen auf die Initiativen.
00:12:11: Da finde ich sehr spannend was ihr da gestartet habt und was ihr versucht zu unterstützen.
00:12:15: aber wenn du das jetzt so beleuchtest und du sagst Berlin steht erstmal gar nicht so schlecht dar.
00:12:20: Aber hast Du denn den Eindruck, wenn wir in die Gesellschaft schauen dass erkannt wird, dass es einfach notwendig ist dass wir an dieser Stelle nur mehr fördernd unterstützen müssen oder plätsche das so dahin.
00:12:31: Also ich mir fehlt manchmal so ein bisschen die Initialzündung einfach auch, die Erkenntnis zu sehen Wir müssen jetzt wirklich Vollgas da reingehen weil sonst nimmt das keinen guten Weg.
00:12:40: Hast du da für dich die Erkennnis, dass da was passiert?
00:12:45: Ich glaube es ist genau das Problem.
00:12:49: Ich empfinde Berlin einfach als sehr sportaffine Stadt, als sehr Sport positive Stadt und wenn man jetzt mal so den leistungssportlichen Bereich anbelangt ist es ja auch wirklich herausragend was in berlin zu finden ist.
00:13:00: In sämtlichen Mannschafts-Sportarten hat man Topteams und diese Topteam leben ja also vom Unterbau.
00:13:06: das heißt wir haben einen sehr guten Nachwuchs eigentlich in den meisten Spielsportarten aber dann klafft halt plötzlich eine große Lücke zur Allgemeinheit.
00:13:16: Und ich glaube, das was du ansprichst trifft leider zu für einen immer größeren Teil der Bevölkerung und wir haben dann so ein bisschen eine Schere die auseinander geht.
00:13:24: Wir haben also diejenigen, die sich wirklich jetzt für den Sport interessieren, die sehr begeistert sind.
00:13:28: auch wenn die großen Veranstaltungen hier in Berlin stattfinden sind es ja eigentlich immer Erfolgsmodelle.
00:13:33: oder wenn man sieht was an Zuschauern jetzt zu den Vereinen in Berlin kommt Das sind überall die Top-Zuschauerschnitte, die wir auch bundesweit erreichen.
00:13:41: Aber dann gibt es eine große Lücke und dann gibt's ne breite Basis.
00:13:44: Und dort fehlt glaube ich das Verständnis für die Notwendigkeit eben der Bewegung.
00:13:49: Da muss nicht mal Leistungssport sein, sondern da geht es ja rein einmal darum.
00:13:52: Aktives Leben, Lebensstil, Bewegungen... Wir können dann den Bogen kleiner Schlagen.
00:13:57: zur Ernährung weil das ist gerade direkt nebenan gelagert Und da glaube ich, haben wir ein großes Defizit insbesondere auch einen Aufklärungsdefizit.
00:14:07: Insbesondere auch ein Vermittlungstefizit.
00:14:09: wenn ich jetzt zum Einen in die Schulen gucke klar aber da gehören natürlich die Eltern immer dazu und auch die muss man erreichen und das wird glaube ich für eine zukünftige Herausforderung oder einige Sandluft bieten ja.
00:14:20: Wenn wir das jetzt mal von der anderen Seite betrachten und wirklich versuchen die Alarmglocken hier stellen zu lassen?
00:14:25: Wenn ich die Frage umgekehrt stelle was denkst du denn?
00:14:27: was passiert denn wenn wer als Gesellschaft an dieser Stelle nicht besser werden.
00:14:33: Also was passiert mit unserer körperlichen und mit unserer geistigen Gesundheit?
00:14:38: Am Ende dann auch, nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch für die gesamte Gesellschaft gesehen.
00:14:43: Naja moment das kriegt jetzt tatsächlich jeder.
00:14:46: damit haben wir ja eine große Diskussion.
00:14:47: Das sind die Kosten unserer Gesundheit und das was du ansprichst ist eigentlich das Grundthema.
00:14:54: ich bin der festen Überzeugung alles was man so in die Gesundheitsreform versucht rein zu packen Da dreht man natürlich an ein paar Schrauben, um Geld zu sparen.
00:15:04: Wenn man aber tatsächlich sozusagen am an der Wurzel anpacken will dann ist die einzige Möglichkeit die Prävention weil nur wenn wir vermeiden dass wir krank werden können auch relevant Krankheitskosten sparen und ich glaube das ist so einen Punkt den man noch wesentlich mehr in den Vordergrund rücken muss.
00:15:21: Da gehört Erziehe und da gehört Schule mit dazu, da gehört aber auch gesamtgesellschaftliche Aufklärung mit dazu.
00:15:28: Und wenn wir uns jetzt auf die eine Frage zurückkommen, überhaupt nicht ändern!
00:15:33: Die Tendenzen können wir jetzt schon sehen.
00:15:35: Also die Wissenschaft bietet da eigentlich alles, gerade in Deutschland entwickeln sich die Zahlen was zum Beispiel Adipositas also Übergewicht anbelangt immer mehr sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern und Jugendlichen in eine ganz falsche Richtung.
00:15:50: Und wir haben natürlich immer mehr Bewegungsmangel assoziierte Krankheitsbilder, die zwischenseitig für ein Großteil nicht nur der Krankenhausaufenthalte sondern oder Todesfälle verantwortlich sind.
00:16:01: und deshalb macht es natürlich massiv Sinn frühzeitig da zu versuchen eben kinderjugendliche und auch die allgemeine Bevölkerung.
00:16:11: mit einem Lebensstil zu infizieren, sage ich jetzt mal um in der Wortwahl zu bleiben.
00:16:16: Der einem hilft auch lange Zeit dann resistent gegen diese Zivilisationserkrankungen zu bleiben.
00:16:23: also man hört raus ganz klar Empfehlung wir müssen uns bewegen, es muss was passieren und da möchte ich jetzt nochmal einhaken.
00:16:28: Du hast von Initiativen gesprochen und ich habe jetzt nachgelesen.
00:16:31: tatsächlich Berlin hat Talent ist eine Initiative wo ihr sehr engagiert seid.
00:16:35: vielleicht kannst du mal kurz mal so einen kleinen Abriss geben.
00:16:38: was bedeutet?
00:16:39: Was macht diese Initiative und worauf
00:16:41: zielt sie ab?
00:16:42: Super spannend weil von Berlin hat talent hab ich natürlich schon gehört bevor ich nach berlin gewechselt bin zu meinen bayerischen zeiten.
00:16:49: Ich war damals der stellvertreter des Leitnern Olympia Arzt in Peking.
00:16:56: In der Nachfolge von Peking hat man das erste Mal auch so gedacht, wenn es so weitergeht dann sind wir bald gar nicht mal existent im Medaillenspiegel und da wurde nämlich tatsächlich alles... Grundlage für Berlin hat Talent, wurde eben eine Initiative ins Leben gerufen schon mit dem Ziel die Olympiasieger von morgen zu finden und das hat mal angefangen im Kleinen.
00:17:17: Es wurden halt bei den Drittglätzlern motorische Tests durchgeführt am Anfang bei zwei drei Bezirken und es wurde dann so sukzessive ausgebaut was dann spannend war.
00:17:25: irgendwann hat man natürlich gemerkt man misste nur die ganz guten sondern auch viele die relativ schlecht sind die motorisch eben auf einem Haus Schlecht ist insbesondere, wenn man die Zukunftsperspektive betrachtet.
00:17:38: Wie entwickelt sich so ein Mensch?
00:17:39: Und dann hat der Senat sehr früh gesagt okay wir müssen nicht nur die sehr guten fördern sondern wir müssen auch irgendwas anbieten was mal den motorisch schlechteren dann mit auf den Weg geben kann.
00:17:50: und dann wurden ja diese Bewegungsfördergruppen mit eingerichtet haben.
00:17:54: das wurde denn ausgebaut.
00:17:55: in den späteren Jahren jetzt vor drei vier jahren kamen sogar inklusive Tests für Kinder in diesem Altersbereich zwischen acht und zehn Jahren mit Einschränkungen unterschiedlichster Art dazu.
00:18:08: Und mich fasziniert halt einfach das Projekt, zwischenseitig ist es fast flächendeckend.
00:18:12: in Berlin also das heißt alle Bezirke sind mit involviert sie werden pro Jahr achtzehntausend Kinder gemessen und das hat natürlich einmal den ganz akuten Vorteil, dass Kinder in dem Alter in der Masse mal mit dieser Fragestellung wie bin ich motorisch?
00:18:28: Was kann ich tun?
00:18:29: Wie kann ich mich mit anderen Messen konfrontiert werden.
00:18:32: Und dann natürlich auch Angebote gemacht bekommen.
00:18:34: Also die ganz guten bekommen dann Angebote bei den Talentjarten, wo sich unterschiedlichste Sportarten vorstellen.
00:18:41: Die ganz schlechten werden von den Schulen angesprochen und bekommen die Möglichkeit in Bewegungsfördergruppen zu gehen.
00:18:47: also ich glaube das ist wirklich einzigartig in der Breite wie es in Berlin ist Und wir sind dazugekommen vor etwa drei Jahren für die wissenschaftliche Begleitung des Ganzen.
00:18:59: Das ist natürlich auch eine tolle Ressource, also zwischenzeitlich gibt es weit über hunderttausend Tests aus den letzten zwölf Jahren, die über den Senat dann erhoben wurden und jetzt uns zu wissenschaftlichen Auswertungen zur Verfügung stehen wo wir dann auch mal über die Jahre Trends erkennen können.
00:19:14: und das ist natürlich immer wichtig dass man nicht nur so einen einzelnen Querschnitt hat sondern wie entwickelt sich diese Altersgruppe?
00:19:22: Und was wir da zum Beispiel auch gesehen haben, dass in der Coronazeit natürlich das Adipositas-Problem größer geworden ist.
00:19:29: Dass motorische Strukturen schlechter geworden sind und jetzt gilt es natürlich daraus die Konsequenzen zu ziehen, Ableitungen zu treffen und dann aber natürlich auch Angebote zu schaffen in der Zukunft.
00:19:40: Da braucht es dann wieder Politik?
00:19:41: Dann braucht's natürlich wieder alle mögliche Einrichtung den Strang.
00:19:45: Aber
00:19:45: was ich jetzt schon total schön finde an Initiative ist ja nicht nur analysiert und testet, sondern am Ende auch versucht Lösungsvorschläge zu machen, Strukturen zu schaffen Brücken zu bauen um genau an dem Thema auch schon quasi auch arbeiten zu können.
00:19:59: Das ist das glaube ich was, was oft fehlt auch Lösungsansätze zu liefern und ich glaube da seid ihr auf einem richtigen Weg.
00:20:07: natürlich könnten aus meiner Sicht auch eine Olympia Bewerbung für die Stadt Berlin unheimlich viel in dem Bereich bewegen und ich würde gern über das Thema, aber auch natürlich über nochmal die olympische Bewerbung für Berlin noch mal ins Detail gehen.
00:20:21: Möchte dich aber Feuer sehr gerne einladen zu einer Schnellfrage Runde?
00:20:25: Und zwar stelle ich dir entweder oder fragen und du antwortest möglich knapp
00:20:31: mit
00:20:31: dem einen oder anderen ja mit einem anderen Antwort.
00:20:34: War das okay für Dich?
00:20:35: Ja klar!
00:20:36: Okay dann starten wir Laufband oder Wald?
00:20:40: Wald
00:20:42: Gemüse oder Obst
00:20:45: Gemüse.
00:20:46: Halle oder draußen?
00:20:48: Draußen!
00:20:51: Berge, oder Meer?
00:20:53: Berge
00:20:54: Berlin oder Freiburg?
00:20:58: Kann man auch eines kippen?
00:21:00: Das gibt es hier bei uns nicht, das wird nicht hin.
00:21:02: Also da brauchst du mehr.
00:21:04: Freiburger ist meine Heimat.
00:21:07: Berlin finde ich aber cool.
00:21:09: Verstehe ich.
00:21:10: Herter- oder Union?
00:21:12: Ja, das musst Du jetzt sagen.
00:21:15: Schokolade
00:21:16: oder Chips
00:21:17: Schokolade.
00:21:18: Reden oder zuhören?
00:21:20: Reden.
00:21:21: Lob- oder Kritik?
00:21:23: Lob.
00:21:24: Und jetzt spannend, Sommer- oder Winterspiele?
00:21:28: Sommer!
00:21:29: Spiele... Ja das würde ich auch so unterschreiben.
00:21:34: Ich habe ja nun auch einige Spiele aktiv miterlebt und natürlich auch einige Dinge rund um die Spieler erlebt.
00:21:41: Du allerdings warst zwölfmal dabei.
00:21:45: Oder zwölft mal ist richtig
00:21:46: ne?!
00:21:47: Und dazu noch bei Sommer und bei Winterspielen.
00:21:50: Wenn du so zurückblickst, welche Spiele haben denn – wenn man das so beantworten kann – den größten Eindruck hinterlassen?
00:21:59: Also die ersten Spiele sind natürlich immer mal ganz beeindruckende Spiele.
00:22:03: Das war im Jahr two-thousand zwei in Salt Lake City.
00:22:06: Damals war ich nur als Biathlon-Mannschaftsarzt unterwegs, also nicht in übergeordneter Funktion.
00:22:13: Das war eine große Faszination und wir waren damals auch sehr erfolgreich.
00:22:17: Erfolg macht das Ganze natürlich auch noch mal immer etwas attraktiver.
00:22:21: von daher bleibt da natürlich extrem viel in Erinnerung und es war sehr beeindruckend sehr bedeutend für mich aus erste Mal bei olympischen Spielen mit vor Ort zu sein.
00:22:31: wenn ich mir dann so die anderen Elf nachfolgenden Spiele angucken, haben viele einen speziellen Charme.
00:22:38: Ich würde sagen so im Gesamtpackage war dann tatsächlich Paris waren die schönsten Spiele.
00:22:43: Lange Zeit war dann London der Headliner.
00:22:46: ich sage immer so Paris und London waren auf Augenhöhe.
00:22:50: Die Franzosen haben das vielleicht noch so ein Tuckenschamander gemacht und es waren noch ein bisschen kompakter als in London.
00:22:56: Also von daher würde ich sagen, für mich persönlich die ersten Spiele waren natürlich sehr beeindruckend.
00:23:01: alle anderen Elfen waren auch wirklich sehr schön!
00:23:03: Und so vom Gesamtpaket her wie die bis gelungensten Spiele, würde ich sage war in Paris zum Jahr zwanzig.
00:23:12: Ich finde das übrigens auch mal für mich eine ganz schwierige Frage zu beantworten weil... Am Ende hat man zwar so persönliche Highlights, glaube ich an was man denkt.
00:23:22: Aber oftmals sind es Momente, finde ich, Momente.
00:23:25: So persönliche Situationen vielleicht auch Treffen die hängen bleiben.
00:23:28: Hast du da, sag' ich mal außerhalb von dem, was das Gesamtempfindung widerspiegelt hat?
00:23:35: Da hast du da so persönlichen Anekdoten wo du sagst, boah, da habe ich jemand getroffen und hatte dann ein Gespräch, was echt über die Haut ging.
00:23:41: Das war für mich mein olympischer Moment!
00:23:44: Also aus zwölf Spielen gibt es da viele.
00:23:46: Ja, das denke ich.
00:23:47: Viele
00:23:47: treffen ganz viele Momente.
00:23:49: Wenn ihr so ganz spontan gefragt war erinnere ich jetzt eines.
00:23:55: Das war in Peaking, überhaupt nichts Medizinisches aber es war ein Abend und ich habe gedacht Ich gehe mal zum Schwimmen weil da waren zwei Veranstaltungen.
00:24:06: Britta Steffen hatte die Möglichkeit ihre zweite Goldmedaille zu gewinnen Und Michael Phelps hatte die Möglichkeit, die achte Goldmedaille dort zu gewinnen.
00:24:16: Das schreibt natürlich schon Geschichte in dem Moment und das war für mich sehr beeindruckend.
00:24:22: Einmal weil Pritta gewonnen hat, so eine deutsche Mannschaft.
00:24:25: Toll ist der Goldmedalje vor Ort!
00:24:29: Auch Teil der Geschichte da zu sein und zumindest vor Ort gewesen zu sein wie jemand seine achte olympische gold medaille bei Sommerspielen gewinnt hat mich sehr beeindruckt und da würde ich so von sportlichem sagen, oh das ist was, da denke ich oft mit dran.
00:24:44: Ansonsten gibt es dutzendweise Geschichten die man erzählen könnte wenn wir die einzelnen Spiele durchgeht.
00:24:49: ähnlich wie du Sau gesagt hast sind ja immer auch so persönliche Komponenten die da eine Rolle spielen.
00:24:55: und ja wenn man sagt mal war bei olympischen Spielen ist es ja auch immer so eine gewisse Gnade dass man dabei sein darf.
00:25:02: Das muss man auch, glaube ich, so zu schätzen wissen.
00:25:04: Ich glaub' auch!
00:25:05: Also das sind ganz viele Momente die auch manchmal schwer sind zu greifen, die man als Mensch manchmal merkt.
00:25:11: Man erlebt ja etwas viel größeres als man selber ist.
00:25:14: und das bemerkenswerte an der ganzen Sache, das finde ich auch.
00:25:18: Die meisten Noziere haben mehr olympische Spiele noch nicht live erlebt oder vor Ort erlebte vielleicht passiv am Fernseher aber ich weiß es... Aber vielleicht kannst du mal erklären?
00:25:28: So ein leitender Olympia-Arzt einer deutschen Olympischen Mannschaft.
00:25:32: Was hat er für Aufgaben?
00:25:34: Was hat der zu tun im Olympischen Dorf, was muss der alles ein Blick
00:25:37: haben?".
00:25:39: Also grundsätzlich ist diese Position das leitenden Olympianarzt eine übergeordnete Position.
00:25:45: Ich kenne es auch... alle medizinischen Positionen bei Olympia, weil ich auch schon als Mannschaftsarzt direkt vor Ort war.
00:25:52: Da ist es eine andere Funktion.
00:25:54: und wenn man jetzt mal die deutsche Olympiamannschaft anguckt dann ist die Idee immer dass wir bei den größeren Teilmannschaften schon auch die Ärzte mitnehmen, die über die vier Jahre die Mannschaften betreuen.
00:26:05: einfach das es entsprechende Vertrauen da ist, dass man sie kennt.
00:26:08: Das hat natürlich auch so eine Frage des Qualitätsmanagements.
00:26:11: aber insbesondere dieses emotionale Vertrauensbasis spielt eine große Rolle in der Medizin und insbesondere in der medizin im Hochleistungssport.
00:26:19: Und deshalb kann man so sagen, wenn eine Mannschaft mehr als sechs acht Athleten-Athletinnen hat die haben an und für sich ihren eigenen Mannschaftsarzt dabei.
00:26:29: Ich bin dann eben übergeordnete dafür zuständig zum einen natürlich in der Vorbereitung das ganze medizinische Team mit zusammenzustellen dann natürlich auch vorzubereiten im Sinne von wir haben Vorbereitungsveranstaltungen, Seminare.
00:26:43: Es gibt natürlich auf viele Aufgaben die man über den DOSB dann mit dem IOC regeln muss.
00:26:48: also man muss allein schon die ganzen Kolleginnen und Kollegen anmelden und ich büge dann mehr oder weniger für die medizinische Qualität des medizinischen Teams.
00:26:57: was ich dabei habe da bedarf es natürlich aus einer gewissen administrativen Aufgabe.
00:27:03: Wenn wir schon bei diesen administrativen Funktionen sind, es geht auch darum zum Beispiel Ausstattung zusammenzustellen.
00:27:09: Wir versuchen immer so unsere eigene Medikamente mitzunehmen.
00:27:13: Jetzt wäre es in Italien noch halbwegs machbar, meist innerhalb der EU.
00:27:17: da hat man kurze Wege und da findet man auch mal Medikamente die es in Deutschland gibt.
00:27:22: Peking unterwegs ist, oder wenn man in Sochi unterwegs ist.
00:27:25: Oder wenn man Pyongchang unterwegs ist dann kann man nicht mal ein Bipackzettel lesen.
00:27:29: Das heißt da geht es auch um Qualitätssicherung.
00:27:31: das heißt also für uns ist immer wichtig dass unsere Kollegen und Kolleginnen eben mit den Medikamenten oder den Geräten arbeiten können, mit denen sie auch zu Hause arbeiten weil hoher Trainingsstand ist natürlich für den Sport gut sondern auch für die Medizin wichtig.
00:27:45: Also auch da muss ich dann die Rahmenbedingungen mit vorbereiten und vor Ort bin ich natürlich der Ansprechpartner für alle Seiten.
00:27:54: Einmal in der Außendarstellung, das heißt also wenn es darum geht, dass irgendwelche kritischen medizinischen Fälle es Gepresse anfragen.
00:28:01: Natürlich für die Mannschaftsleitung bin ich der erste Ansprech-Partner medizinischen Fragestellungen auftreten, aber ich bin natürlich für die ganzen Kolleginnen und Kollegen auch der Hauptansprechpartner wenn es irgendwelche schwierigen Fälle gibt.
00:28:15: Wir haben im Winter dieses Jahr was ein bisschen mehr weil es andere Akkreditierungsmöglichkeiten gab, aber in der Regel haben wir das so sechzehn-achzehn Ärzteärztinnen mit dabei, im Sommer sind wir eher so bei dreien zwanzig bis achtenzwanzig kommt auch immer so ein Stück weit darauf an, wie groß die Mannschaft ist.
00:28:32: Wenn viele Mannschaften sich qualifizieren innerhalb der deutschen Olympianmannschaft dann hat man leicht mal also wenn ich jetzt London zum Beispiel mit Paris vergleich waren das sofort sechzig-siebzig Athletinnen mehr die in Paris vor Ort waren weil einfach mehr Mannschaft noch qualifiziert waren und dementsprechend wird das eben zusammengestellt.
00:28:49: und wenn es dann irgendwelche Fragen gibt jetzt für die Kolleginnen und Kollegen, dass sie zum Beispiel mal was außerhalb ihrer eigenen Fachgebiet fällt oder wenn die dann mal eine medizinische Ausnahme genehmigung beantragen müssen.
00:29:02: Oder irgendwie eine besondere Regelauslegung da ist.
00:29:05: Das sind alles so Situationen wo ich als leitender Olympiaarzt mit zum Tragen komme.
00:29:12: Und jetzt im Sommer ist es tatsächlich so, dass wir zwar die meisten großen Mannschaften wie ich es vorher erklärt habe mitbetreut haben.
00:29:18: Aber es gibt immer mal natürlich auch kleinere Mannschafte, die keinen Arzt dabei haben.
00:29:22: die werden dann über die Zentrale mit versorgt.
00:29:25: Also wenn jetzt zum Beispiel mal irgendwie nur zwei Boxer dabei sind oder, das hatten wir gar keine Gewichte hierbei leider dabei aber die Jahre vorher waren als bald drei vier fünf Gewichtheber nur dabei oder badminton hat irgendwie fünf Athleten-Athletinnen dabei ist immer so ein Rechenspiel.
00:29:40: also der Anzahl der Akkreditierung hängt ja an der Anzahl der qualifizierten Atleten-Atletinnen und da ist es halt überlegen für den Verband nämlich einen Trainer mit, nehme ich dann ein Füße mit dann eher noch einen Co-Trainer oder eher ein Arzt.
00:29:54: Dann wird eben im Vorfeld auch zusammengesessen, je nach Logistik und wird entschieden okay ihr braucht keinen Arzt, eure Athleten, Athletinnen werden dann über die Zentrale betreuten.
00:30:02: das ist dann in meinem Aufgabengebiet also.
00:30:04: von daher ist es schon sehr facettenreich.
00:30:07: aber vor Ort eine Mischung.
00:30:09: als Mannschaftsarzt ist man wirklich quasi nur für die Medizin zuständig Der betreuten Mannschaft direkt und als Leitender Olympiaarzt muss man natürlich auch noch so Geschichten wie Administration, Verwaltung oder halt Presse- und Außendarstellung mit abdecken.
00:30:23: Ich kann ja mal aus dem Nickhästchen glauben, ich hab mich mit einigen Kollegen Vorfeld auch unterhalten und ich kann dir sagen alle schätzen sehr vor allen Dingen wie du sozusagen das Team an sich leidest und führst.
00:30:34: Und dass du es auf Augenhöhe machst.
00:30:36: und wer raus, da ist viel Kommunikation gefragt, viel Struktur gefragt und ich glaube, dass alles so miteinander zu kombinieren und vereinen ist schon eine hohe Kunst.
00:30:47: Da sind alle sehr froh, dass wir dich haben.
00:30:49: So darf ich das gerne mal sagen!
00:30:52: Ich find ganz spannend und das hab ich tatsächlich auch noch im Kopf, wenn du von logistischem Aufwand sprichst was Medizin betrifft oder medizinische Versorgung.
00:30:59: Da ist ja kein Arzköfferchen der jeder mit schleppt.
00:31:01: gerade aus Peking habe ich so Erinnerungen.
00:31:03: da bin ich mal in den Arztbereich gegangen und war wirklich überrascht was wir an Medizin mithaben.
00:31:09: also vielleicht kannst du mal kurz ein Abriss machen wie viel?
00:31:11: Wie groß ist das?
00:31:12: Also wie kann man sich das vorstellen?
00:31:13: Was klebt ihr eigentlich mit für so eine Olympiamannschaft?
00:31:17: Also am Ende muss man davon ausgehen, dass man die ganze Mannschaft betreut und das ist natürlich auch so ein Aspekt.
00:31:24: Also man hat nicht nur die Athleten, man hat auch die Trainer, man hatte natürlich auch Funktionäre.
00:31:29: bei Olympia passiert es dann gerne mal, dass der Thomas Bach vorbeikommt weil er sagt auch die deutsche Mannschaft ist eigentlich meine Mannschaft und hat sich vielleicht selber oder noch zwei drei IOC-Kollegen mit dem Board gepackt um wie man sich ihn auch kümmert.
00:31:43: was ich damit sagen will ist, dass es halt eine weite Palette ist, die man abdeckt.
00:31:47: Man kann sich das vielleicht so vorstellen, was ein Allgemeinmediziner an Spektrum hat.
00:31:52: Wollen wir vor Ort auch abdecken?
00:31:54: Die Zenzahlen haben sicherlich zwischen Hundert und Fünfzig verschiedene Präparate mit dabei.
00:32:00: Und es geht halt vom Fußpilz über die gynecologische Infektion bis zur Lungenentzündung oder dann zu irgendwie den Hals-Nasen-Ohrenproblemen die man dann eben auch behandeln muss oder natürlich das ganze muskulose Keletale und damit ist es eine weite Palette.
00:32:16: Und die starten wir aus, das ist jetzt vom Gesamtaufwand her von Parkvolumen.
00:32:23: über die letzten Jahre habe ich versucht immer so ein bisschen mehr den Bedarf anzupassen.
00:32:26: Ich glaube ganz früher hat man noch wesentlich mehr mitgenommen.
00:32:30: Wir haben im Sommer sind da so vier fünf Paletten, die wir dabei haben also So um die twenty, fünf und zwanzig Kisten zum Teil eben dann auch mit Massage liegen.
00:32:41: Zum Teil natürlich mit Verbandsmaterial was es alles braucht.
00:32:44: im Winter sind wir eher so bei zehn bis fünfzehn sehr großen Kisten Dann kommt da immer noch ein bisschen drauf an.
00:32:50: das darf man auch nicht erkennen.
00:32:51: Im Sommer ist etwas einfacher weil im Sommer haben wir in der Regel eine Zentrale Die halt in diesem Olympischen Dorf ist wo du dann eben achtzig neunzig Prozent der Athleten vor Ort abdeckst.
00:33:01: wenn ich jetzt zb an Cortina Milano denke Das war organisatorisch natürlich eine ganz schwierige Situation, weil wir hatten sechs verschiedene Standorte die zum Teil eben extrem weit auseinander waren so dass es nicht möglich war mal ganz kurz von A nach B zu kommen und das muss alles auch berücksichtigt werden.
00:33:18: Und dann verdoppelt oder verdreifacht sich das natürlich aufgrund der Anzahl der unterschiedlichen Standorte, die man da bedient.
00:33:25: Ja du hast ja generell ein paar spezielle Spiele auch schon miterlebt.
00:33:28: also wenn ich jetzt zurückdenke an die Corona-Spiele von Tokyo auch von Peking, da gab's noch einmal Sondererausforderung.
00:33:35: War das für dich, sage ich mal, was dich am meisten bis jetzt so herausgefordert hat als Arzt?
00:33:40: Als Mannschaftsarzt?
00:33:41: oder sagst du im Nachhinein wir haben das alles gut gelöst.
00:33:44: also wird man sagen im nachhineinen Wir haben das sogar sehr gut gelösst.
00:33:50: Es war natürlich sehr besonders sehr speziell und bei mir war es ja so Bei Pyeongchang angefangen, dann kam Togi und dann K.Peking, da habe ich mal irgendwann gesagt also ein viertes Mal Asien brauche ich es nicht, hab mich dann wirklich wieder richtig gefreut auf diese Spiele in Paris wo von ja bei den asiatischen Spielen noch zwei Corona-Spiele waren andersrum betrachtet auch so viel Kritik gab an den Spielen in Peking.
00:34:17: Ich würde mal behaupten Zu dem Zeitpunkt wäre es kaum irgendwo anders auf der Welt möglich gewesen, olympische Spiele auszurichten.
00:34:24: Das war eine Zeit Anfang zwanzig zweiundzwanzig.
00:34:27: ich glaube da gab's in Frankreich pro Woche fünfhundertfünfzigtausend Neuinfektionen.
00:34:32: also das heißt da jetzt noch sich vorzustellen dass die halbe Welt an diesen Ort hinreißt.
00:34:37: in so einer völlig unklaren Infektionslage war klar das nicht möglich ist und das haben die Japaner sehr, sehr ungewollt und unvorbereitet.
00:34:50: Und die Chinesen dann natürlich schon wesentlich anders geplant, glaube ich, sehr gut gemacht.
00:34:55: Für die Athleten war es ganz interessant – also in China hat man ja das Problem, dass wir tatsächlich drei positive Fälle am Anfang hatten für die drei Athleten.
00:35:04: War das eine ganz schwierige Situation?
00:35:08: Das hat mich selber so ein bisschen gewundert, war mir aber im Nachhinein dann auch klar.
00:35:12: War das am Anfang natürlich mit vielen Ängsten verbunden?
00:35:16: Aber in dem Moment wo die vor Ort waren und so vierte, fünfte Mal, man wurde jeden Tag getestet, negativ getestete wurden haben sie plötzlich Sicherheit gekriegt weil völlig klar war an diesem Fleck der Welt passiert eben so mal gar nichts!
00:35:30: Weil alles gut durchgetestet ist wirklich alles abgeschlossen keine wirklich nachvollziehbaren Infektionsquellen von außen zugelassen wurden.
00:35:41: Damit hatten die Athleten aber da die Möglichkeit, sich zu der damaligen Zeit außergewöhnlich auf ihren Sport zu konzentrieren.
00:35:48: Also es waren sehr spezielle Spiele, aber ich glaube sie sind doch unter den Voraussetzungen betrachtet gut gelaufen.
00:35:54: Nichtsdestotrotz wollen wir die natürlich nicht mehr so haben weil dann natürlich so ganz entscheidende Olympiaspekte auf der Strecke bleiben.
00:36:02: Da brauchen wir uns jetzt auch nichts schön zu reden.
00:36:04: Das stimmt das kann ich auch so unterschreiben.
00:36:06: Für mich war es ähnlich tatsächlich, wir haben ja versucht dann noch weniger Kontakte trotzdem zu haben.
00:36:10: natürlich hat man das Gefühl von Sicherheit gehabt aber mal hat der Versuch Kontakte zu vermeiden also ich hattest du aber einen extremen Fokus auf dich und vor allen Dingen auf meinem Fall die kleine Mannschaft gehabt was ist auch nochmal viel intensiver gemacht hat.
00:36:22: in der Zusammenarbeit mit den Athleten muss ich sagen das war für mich eine Erfahrung die mich auch weiter gebracht hat.
00:36:28: trotzdem ist vielleicht nicht so positiv war an der Außendarstellung.
00:36:33: Als Sportler muss ich sagen, wenn ich zu Olympischen Spielen reise dann sauge ich das ja wirklich auf.
00:36:37: Also natürlich bin ich fokussiert auf die Wettkämpfe aber ich genieße vor allen Dingen auch das olympische Dorf und alles was damit zu tun hat diese diesen besonderen Flair in der Stadt im deutschen Haus und alles was so dazugehört.
00:36:49: Wie ist es bei euch Medizinern?
00:36:50: Ich hatte ja ein bisschen Vorgespräche mit Kollegen von dir.
00:36:53: Ich habe eigentlich versucht, muss ich ehrlich stehen so ein paar lustige Anekdoten heraus zu kitzeln.
00:36:59: Was gibt es so über den Bernd?
00:37:00: Was man vielleicht sagen könnte was zum Schmunzeln anregt.
00:37:03: aber alle waren wirklich nur voll des Lobes und haben gesagt der Bernd ist der professionellste Arzt den wir so kennen.
00:37:09: er hat alles im Griff und er steht da morgens um sieben steht ja im lümbischen Dorf auf der Matte und geht dann abends um elf Bis zwölf Uhr erst wieder ins Bett und hat gar keine Zeit gehabt, um in Deutschland zu gehen zum Beispiel.
00:37:20: Wo nimmst du deine Motivation her?
00:37:22: Hast du trotzdem... Also wenn du die ganze Zeit wirklich auch im Dauerstress bist was sind deine olympischen Momente wo du sagst das motiviert mich oder ist das wofür ich denn auch als Olympiarzt meine Energie rausziehe?
00:37:34: Das ist natürlich eine gute Frage.
00:37:35: also man muss wirklich da auch differenzieren.
00:37:39: An erster Stelle steht für mich der professionelle Umgang mit meinem Job.
00:37:42: Das hat mir in meinem Leben schon viel weitergeholfen und das ist auch im Sport wichtig, also ich selber motiviere mich im Sport aus der intrinsischen Motivationen und dem Spaß den ich am Sport habe und da bin ich auch extrem reit aufgestellt und freue mich einfach wenn die Athlete in der Lage sind gute Leistungen zu bringen und bestenfalls gesund.
00:38:00: aber man muss natürlich immer klar sich darüber sein.
00:38:10: Ich glaube das zeichnet mich auch so ein Stück weit aus.
00:38:12: Das wissen alle, dass sie sich ständig an mich wenden können und dementsprechend braucht es halt eine gewisse Professionalität um sowas auch über einen Zeitraum wie Olympische Spiele nämlich dreieinhalb Wochen am Stück wo er wirklich keine Pause dazwischen ist dann aufrecht zu erhalten.
00:38:27: und deentsprechend bleiben vielleicht diese klassischen Feiersituationen so ein bisschen außen vor, aber ich freue mich dann auch im Stillen und ich freu mich tatsächlich darüber wie die Athleten in der Lage sind zu performen.
00:38:41: Und dann spielt natürlich das Team eine große Rolle.
00:38:43: Auch da ist es so – das kennst du aus deiner eigenen Zeit bei Olympia ganz spezielle Situationen sich ergeben, weil man halt versucht doch an einem Strang zu ziehen mit einem sehr klaren Ziel was in dem Fall natürlich auch noch ein messbares Ziel ist.
00:38:58: Weil am Schluss geht es halt um Erfolg bei olympischen Spielen und wenn der dann eintritt... ein Haufen Befriedigung, die ich daraus ziehe.
00:39:06: Jetzt kommt es natürlich noch so ein bisschen dazu, dass ich schon viele olympische Spiele gesehen habe.
00:39:10: Sicherlich war so die persönliche Aufregung bei den ersten zwei Spielen größer als bei der letzten zwei Spiele und wenn du das schaffst dann das trotzdem noch bei hoher Motivationen und dann in Professionalität umzusitzen, dann ist es glaube ich ein guter Ansatz.
00:39:24: Ja, ich meine deine Gold-Medaille sind die gesunden Athleten am Ende.
00:39:27: Das ist eine andere Ansatz!
00:39:29: Wenn du jetzt in die heutige Athletenwelt reinschaust und da passiert ja ganz viel aufgrund natürlich auch von gesellschaftlichen Veränderungen, die wir heute haben... Was sind die Dinge, die der Athleten heute umtreibt?
00:39:41: Und das mehr auch psychologische Dinge, wie immer man den Vordergrund rücken, sind das mentale Probleme.
00:39:48: Wie würdest Du das einschätzen?
00:39:49: was ist das heutige große Thema bei den Athleten im Spitzensport?
00:39:53: Das ist eine schwierige Frage.
00:39:55: Ich dachte, wenn sie an der Beantwortung kann dann du!
00:39:58: Das große Thema ist immer noch der Erfolg.
00:40:00: das vereint alle.
00:40:02: also wenn jemand auf dem Niveau Sport treibt muss er Spaß dran haben sonst funktioniert es auch nicht und den Spass zieht da am Ende des Tages auch ein Stück weit aus.
00:40:13: dem Erfolg und das ist glaube ich schon, dass was die Athleten antreibt.
00:40:17: Manchmal weiß man so genau, was ist Heiner?
00:40:19: Was ist Ei?
00:40:20: Kommt der Spaß erst wenn er Erfolg da ist oder kommt der Erfolg nur wenn der Spaß vorhanden ist?
00:40:24: Ich glaube beides gehört dazu.
00:40:26: aber die sportliche Leistung ist immer das was über allem drüber steht.
00:40:32: Dass es immer auch Probleme gibt in unterschiedlichsten Arten und Weisen Das ist überhaupt keine Frage.
00:40:38: Ich würde es jetzt nicht so, ja vielleicht doch ein Punkt, der einem jetzt natürlich auffällt.
00:40:42: So als Außenstehender, der so zweite Karten überblickt die Problematik mit Medien und Social Media insbesondere das ist was, was den Sport auch verändert hat.
00:40:53: also da habe ich ja noch meine erste olympischen Spiele waren social media free.
00:40:58: Also das gab's einfach im Jahr zwei tausend wo zweitausend sechs quasi noch nicht Und das ist massiv gekommen und das ist etwas was Athleten natürlich Ich sag jetzt mal in irgendeiner Form auch beeinflusst.
00:41:13: Versuch's mal neutral zu sagen, weil ich durchaus auch da unterschiedlichste Athleten sehe.
00:41:17: Das ist ja das Schöne am Sport, dass es so ein weites Feld mit abdeckt nicht nur mit den unterschiedlichen Sportarten sondern auch mit dem unterschiedlichen Typen, die Sport treiben.
00:41:26: und es gibt halt Leute, da hat man manchmal sogar das Gefühl sie brauchen diese Interaktion mit Medien, die profitieren davon, weil sie sich natürlich auch daraus Motivation ziehen Und für andere ist es natürlich auch ganz schwierig.
00:41:39: Das zieht sich zum Teil runter, das belastet sie und kostet einfach viel Zeit.
00:41:44: Darf man auch nicht verkennen und nimmt den Fokus raus!
00:41:49: Wo man, glaube ich sagen kann das hat sich halt deutlich geändert über die letzten Jahre und da ist auch noch kein so richtiges Ende in Sicht.
00:41:54: Also ich glaube dann muss der Sportauer aufpassen, in welche Richtungen es in unterschiedlichsten Sportarten sich weiterentwickelt.
00:42:02: Ansonsten dieses banalmedizinische hat sich eigentlich gar nicht so sehr geändert, muss man ehrlicherweise sagen Wir versuchen natürlich durch Prävention immer bestmöglich zu vermeiden dass es viele Verletzungen und Erkrankungen gibt.
00:42:16: Oftmals gehört aber auch Glück dazu.
00:42:18: Das muss man auch ganz ehrlich sagen, da kann ich jetzt relativ gut richten über zwölf Spiele.
00:42:23: Manchmal sind wir halt durch olympische Spiele durchgekommen und hatten quasi nichts.
00:42:27: Und das andere Mal hast du eine unglückliche Häufung von drei, vier schweren Verletzungen.
00:42:31: Du musst ja für alles einstellen und musst in der Lage sein natürlich immer das Richtige zu tun und eben zu reagieren.
00:42:38: Diese Frage mentale Gesundheit ist sicherlich so einen Punkt den du auch noch angerissen hast würde ich die Social-Media-Problematik auch ganz vorne sehen, was das anbelangt.
00:42:49: Ist auch sicher ein Bereich der in den letzten Jahren halt intensiver auch diskutiert wurde oder bespielt wurde völlig zurecht und es ist etwas, was man zukünftig auch adressieren muss um einfach auch Athleten Gesundheit ganzheitlich zu sehen.
00:43:03: also da geht's nicht darum dass wir irgendwie eine Verletzung einer Krankungen denken sondern dieser mentale Bereich ist sicherlich ein wichtiger Bereich der berücksichtigt werden muss.
00:43:13: Das
00:43:13: sehe ich ganz genau so.
00:43:14: Ich glaube, das wirkt viel Chancen aber auch ganz, ganz viele Gefahren.
00:43:19: und wenn man jetzt beobachtet hat die Politik und auch die öffentliche Meinung gerade waren ja im Verlauf der letzten Olympischen Spiele nicht sehr zufriedenstellend und es geht natürlich dann direkt als Impact auch zu den Athleten auch manchmal mit Satzstellungen die nicht ganz so fein sind und nicht so angemessen.
00:43:37: Wie siehst du die Entwicklung?
00:43:38: Wenn du jetzt die Entwicklung der Erfolge der olympischen letzten Olympische Spiele Betrachtest hast du da Bedenken, hast du Angst?
00:43:46: Wie schaust du noch vorne?
00:43:47: Angst habe ich jetzt keine.
00:43:49: Ich hab das eigentlich schon.
00:43:50: Bedenkenschonig.
00:43:51: Ja, also ich muss sagen, ich hab tatsächlich schon auch Angst.
00:43:54: Also kommt darauf an was die Zielstellung ist.
00:43:58: Also Angst habe sich schon wenn ich so die Gesamtentwicklung der Gesundheit in der deutschen Bevölkerung sehe und da spielt natürlich auch körperliche Aktivitätssport eine Rolle.
00:44:09: und dann sind wir natürlich auch bei so einem gesagt bei einer ganzheitlichen Betrachtung auch dabei, dass der Leistungssport so ein Stück weit Spiegel der Gesellschaft ist.
00:44:19: Man braucht sich das ja jetzt nicht schön zu reden.
00:44:21: über die letzten olympischen Spiele sind die Bilanzen schlechter geworden.
00:44:25: Ich glaube darüber sehen wir uns alle einig.
00:44:28: Die große Frage ist jetzt woran liegt es?
00:44:31: Es liegt nur daran, dass alle anderen viel besser geworden sind und wir machen trotzdem einen guten Job.
00:44:35: Oder gibt es eben Dinge die wir selber eigentlich beeinflussen müssen, müssten mehr besser sein in vielen Bereichen?
00:44:41: Und wenn ich mir das so insgesamt angucke ist schon so, dass uns in vielen bereichen halt der Nachwuchs fehlt beziehungsweise wie halt immer in der Lage sind so viele Leute für den Sport zu begeistern.
00:44:52: Das war dann auch die wirklich guten finden und die, die wir dann gefunden haben noch bis an die Spitze durchbringen.
00:44:58: Und ich glaube, das ist so die große Herausforderung für die Zukunft.
00:45:02: Wenn wir sportlich wieder besser werden wollen, müssen wir klar in allen Bereichen hart arbeiten.
00:45:06: Das ist gar keine Frage und es ist auch ein... Punkt, der die Gesellschaft natürlich auch mit einbegreift.
00:45:13: Aber wir müssen natürlich auch schauen dass wir frühzeitig anfangen was wir vorher ganz am Anfang unseres Gesprächs schon damit angedeutet haben das wir wirklich Kinder und Jugendliche wieder für Sport begeistern um einfach eine breitere Grundausbildung hin zu bekommen so dass ich Kinder und Jugendliche entwickeln können, dann vielleicht sich irgendwann mal in die Spezialisierung begeben.
00:45:39: Genug Athleten-Athletinnen rauskommen, was wir auch immer brauchen.
00:45:43: Die dann vielleicht den Weg in Richtung internationaler Wettkämpfe, in Richtung dann auch Spitzenleistungen gehen.
00:45:49: und da muss man klar sagen das ist nichts was du in ein zwei Jahren ändern kannst sondern das ist wirklich so einen Prozess wo es zum Beispiel eine Olympia Bewerbung oder so eine Vorbereitung auf Olympia auch bräuchte, wo man dann auch mal die Zeit hat vielleicht acht oder zehn oder zwölf Jahre in einen gesellschaftlichen Prozess zu investieren, der am Ende des Tages dann auch Leistungssport natürlich positive Effekte haben wird.
00:46:12: Ja
00:46:13: und genau darüber würde ich gleich gerne noch mit dir sprechen nämlich über die Olympia Bewerbung der Sportmetropole Berlin Und was Olympian Spiele für die Stadt aber vor allen Dingen auch für die Menschen und vielleicht deren Athleten zur Folge hätte.
00:46:24: Vorher würde ich aber gerne mit dir nochmal ein kleines Spiel machen.
00:46:28: Ich gebe dir Satzanfänge und du ergänzt diese dann!
00:46:32: Ja bist Du bereit?
00:46:35: Mein größtes Idol ist
00:46:38: Sebastian Co.
00:46:40: Als Sportler!
00:46:43: Ohne Sport wäre
00:46:45: mein Leben wesentlich langweiliger.
00:46:48: Mein persönliches Ziel für dieses Jahr ist,
00:46:52: dreihundert Stunden Sport zu treiben.
00:46:54: Das ist ordentlich.
00:46:56: Mein Lieblingsort in Berlin ist
00:47:00: mein Haus.
00:47:04: das Wichtigste beim Sport ist
00:47:08: Spaß haben und ohne körperliche Einschränkungen den Sport treiben zu können.
00:47:16: Dass Berlin sich für paralympische und olympische Spiele bewerben will, ist?
00:47:21: War großartig für mich.
00:47:23: Für mich auch!
00:47:25: Was denkst du?
00:47:26: an welchen Stellen könnte die Stadt und die Menschen in Berlin von einer Limpebewerbung profitieren?
00:47:33: An allen Stellen.
00:47:34: also.
00:47:34: ich denke man muss da den ganzen Blick bewahren auf die Gesellschaft und es fängt an von Infrastrukturmaßnahmen über Sportstätten, was ja auch in Richtung Infrastruktur gehen würde bis hin in gesellschaftliche Veränderungen hin eben zu mehr Bewegung, mehr körperlicher Aktivität.
00:47:53: Mehr Angeboten für Kinder und Jugendliche aber natürlich auch für Erwachsene selbst für ältere Menschen.
00:48:00: also ich glaube einfach so der Spirit von Olympischen Spielen der würde uns in allen Bereichen gut tun.
00:48:06: Und wenn wir jetzt die Bewerbung Die Ver-Augenhältst gibt es Dinge, die unbedingt in einer Berliner Olympia Bewerbung enthalten sein müssen um möglichst produktiven Impact für alle zu generieren?
00:48:18: Ja ich glaube muss es schaffen erstens mal den Menschen zu vermitteln was die positiven Aspekte von so einer Olympiabewerbung sind damit man einfach auch dem Menschen hinter die Idee bringt.
00:48:30: Und dann muss es natürlich auch klare, auch zielgerichtete Projekte geben.
00:48:35: Die bestenfalls relativ rasch auch Menschen mitnehmen.
00:48:39: also wenn man sich jetzt zum Beispiel mal so diese französische Herangehensweise an die Spiele in Paris anguckt ich denke sie haben ein paar Sachen wirklich gut gemacht das die gleich gesagt haben ok Einziel zum Beispiel ist wieder eine tägliche Schul-Sportstunde einzuführen.
00:48:54: Wenn was sowas vermitteln könnte dann sagen die Leute oh ja trifft meine Kinder vielleicht auch positiv.
00:48:59: Die können dann wieder mal körperlich aktiver sein, auch so diese Investitionen.
00:49:04: zum Beispiel die Franzosen haben glaube ich fünfzig Schwimmbäder neu gebaut beziehungsweise auch wieder ertüchtigt wo man dann sagt okay wenn es in Berlin allein schon gelingen würde fünf Schwimmbäder wird er für die Bevölkerung zugänglich zu machen und auf den neuesten Stand zu bringen, dann wäre das etwas was die Menschen eben relativ rasch auch merken, relativ wasch spüren Wenn man zurückdenkt, mir war das auch gar nicht so bewusst.
00:49:26: Aber diese Olympiabewerbung zweitausend in Berlin hat dazu geführt dass wir jetzt eine Max Schmeling-Halle haben, dass wir ein sensationelles Velodrom haben und dass wir so eine Spimmsporthalle haben die ihresgleichen Sucht in Deutschland.
00:49:41: also das sind so die Dinge die man glaube ich frühzeitig angehen sollte und den Menschen klar machen sollte dass sie davon auch profitieren und wenn es dann in irgendeine Form wieder zurückkommt dann hat man fürs Gesamtsystem aber gewonnen.
00:49:54: Wenn jetzt nochmal auf die Leistungssportperspektive eingehen wollen, du warst ja in Paris und auch in Cortina.
00:49:59: Und wir haben vor allen Dingen da ja auch wieder gesehen dass gerade die Länder, die Austragungsländer auch einen unheimlichen Boost erfahren haben in der Leistungsentwicklung und ganz oben auf einmal im Medallenspiel eine Rolle gespielt haben.
00:50:10: Denkst Du das wäre in Deutschland auch nötig?
00:50:13: Ja es wäre vor allem auch möglich nötigt und ich glaube das wird auch gut funktionieren Weil halt in so einer Situation natürlich schon auch nochmal andere finanzielle Voraussetzungen geschaffen werden können und insbesondere, und ich sage es noch mal gerne.
00:50:32: Es geht nicht darum ein zwei Jahre zu denken sondern es geht drum zehn zwölf Jahre in so eine Situation mitzudenken Und dann hat man die Möglichkeit wirklich bei den Verbänden jetzt auch so grundlegende Dinge zu platzieren, wo man dann halt auch so Entwicklung.
00:50:48: Wenn man dann nicht nur mal in den Spitzenbereich eingreifen muss sondern vielleicht auch den Nachwuchsbereich ganz gezielt fördert indem er da zum Beispiel auch Trainer und Trainerinnen installiert die nochmal andere Möglichkeiten haben dann junge Talente weiterzubringen.
00:51:02: ich glaube das ist es was fehlt in Deutschland so ein Stück weit und was man über so eine Olympia Bewerbung extrem gut portieren könnte.
00:51:11: Ich könnte jetzt noch stundenlang mit der Quatsch, du merkst das.
00:51:13: Aber tatsächlich müssen wir leider lang zum Abschluss kommen und ich möchte dir aber vor allen Dingen eine Frage stellen die ich allen meinen Gästen stelle was ist dein Wunsch für die Sportmetropole Berlin?
00:51:26: Ja dass sie sich weiterentwickelt, dass ihr weiter Ihr Bundesgesamtfeld hält.
00:51:33: also Noch so eine Erinnerung an die Corona-Zeit.
00:51:37: Es ist eine kleine Anekdote, die ich gerne erzählen will.
00:51:41: Damals gab es so eine Regelung das Katerathleten... Es ging um die Sportstätten-Nutzung.
00:51:46: Und es war ja, wie Lockdown war, alles geschlossen.
00:51:48: und dann hat man irgendwann mal gesagt... Also wenigstens für unsere Kadeathleten braucht man Zugang zu den Sportstädten.
00:51:53: Dann gab's so eine Regelung da hieß es dann okay, die Kadeateleten dürfen in Sportstäten nutzen.
00:51:59: Aber die, die in der Bundesliga Sport treiben, also die sollten ja auch noch Zugang zum Sport haben.
00:52:05: Und dann hab ich nur gedacht, die fünf, sechs, das kann man schon machen!
00:52:09: Dann habe ich gelernt dass es in Berlin Hundertdreißig Bundesliga Mannschaften gibt und das hat mich wirklich extrem beeindruckt.
00:52:17: Da gehört natürlich Autiständes dazu, da gehört Minigolf dazu, der gehört Schacht dazu.
00:52:21: Da gehören vielleicht auch Mannschaftssportarten oder andere Sportarten dazu die gar nicht so auf dem Plan sind Bunde Breitepalette zu halten, das wünsche ich der Sportmetropole.
00:52:31: Weil ich denke es ist für den Sport extrem wichtig.
00:52:33: aber ich wünsch hier natürlich auch dass ihr den Spitzenbereich weiterhin so halten kann und das ist schon toll!
00:52:39: Das ist auch ein Grund weshalb ich persönlich so gerne in Berlin bin weil ich immer sage wenn man sich für Sport interessiert man hat bei fast jeder Sportart wirklich Spitzenleistung die wir hier in der Stadt haben.
00:52:51: Bei den Mannschaftssportarten ist nahezu jede Mannschafts-Sportart in der ersten Bundesliga vertreten und hat auch ein entsprechendes Gewicht.
00:52:59: Und das macht den Standort natürlich attraktiv, ich bin immer noch ganz fest davon überzeugt dass es Spitzenleistung braucht, dass es Idole brauchen, dass eben Vorbilder brauchen die uns dann helfen erstmal Leute für den Leistungssport zu interessieren und auch zu begeistern.
00:53:17: Was uns aber auch hilft natürlich, die breite Masse für den Sport zu interessieren.
00:53:22: Und wenn man es mal so nur noch zwei Beispiele nennt, wenn man so zurückblickt... Man haben die Leute extrem viel Tennis gespielt, wie es ein Boris Becker und Steffi Graf gab.
00:53:30: Und man haben alle Rennräder gekauft, wie Jan Ullrich bei der Tour de France mitgefahren ist.
00:53:36: Im Fußball funktioniert das natürlich über viele Jahrzehnte auch schon sehr gut.
00:53:40: Deshalb glaube ich wünsche ich der Sportmetropole auch insbesondere dass der Leistungssport auf hohem Niveau bleibt und gleichzeitig sich in die Breite auswirkt so dass wir heute ins gesamten sportliches Berlin weiter haben
00:53:52: sagt der Sportmediziner Prof.
00:53:55: Bernd Wolff-Albern.
00:53:56: Vielen lieben Dank für das Gespräch, es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht und für mich auch die Möglichkeit nochmal an dieser Stelle stellvertretend für alle Athleten vom Team Deutschland zu sagen danke schön dass du uns mit soviel Herzblut immer betreust!
00:54:09: Alle Infos zu diesem Podcast findet ihr unter www.lsb-berlin.be.
00:54:15: Bleibt verletzungsfrei bis zum nächsten Mal und Tschüss
00:54:21: Hauptsache Sport der Podcast des Landes Sportbundes Berlin.
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